Röntgenröhren der Firma R. Burger & Co.


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(Hinweis: unterstrichene Wörter oder Texte sind verlinkt)

Das Reinhold Burger mit einer der ersten war, der eine praktikable Röntgenröhre fertigte, ist in der Fachliteratur verbrieft. Seine Lehrjahre in der Firma "C. F. A. Geißler & Sohn" in Berlin für meteorologisch, physikalisch und chemische Instrumente und Glas-Präzisionsapparate von 1881 bis 1886 und seine Tätigkeit bei der Firma "Siemens & Halske" von 1886 bis 1889 in Berlin, schafften die Grundlagen für sein fundiertes Wissen und seine hervorragenden handwerklichen Fähigkeiten. Mit der Gründung seiner Firma "R. Burger und Co." 1894, verfügte er über einen wissenschaftlichen Instrumentenbau auf hohem Niveau, die Forschung, neue Entwicklungen und Experimente ermöglichte. Diverse Geissler`sche Röhren zum Experimentieren über die Luft- erscheinungen im luftverdünnten Raume gehörten u.a. zu seiner Fertigungspallette (siehe Preis-Verzeichniss von 1894, Seite 10).

Zu Beginn der Entwicklung von Röntgenapparaten für Arztpraxen und Institute waren ausschließlich Mechaniker und Glasbläser involviert. In Berlin waren z. B. die Fa. Firma "R. Burger & Co.", in Hamburg die Fa. "Carl Heinrich Florenz Müller, in Thüringen/Gehlberg die Firma "Emil Gundelach" usw. Ansprechpartner für die Fertigung von Röntgenapparaten. Weltweit begann eine intensive Forschung über die neuen Strahlen. Man überschlug sich förmlich in der Berichterstattung. Jeder wollte der Erste sein.

 

Nur wenige Tage, nach Bekanntgabe der X-Strahlen (später Röntgenstrahlen) durch Conrad Röntgen, stellte Reinhold Burger für Versuche des Direktors der Urania Prof. Paul Spies in Berlin, die ersten Röntgenröhren her. Schon am 6. Januar 1896 veröffentlichte Moritz Jastrowitz auf der Sitzung des Vereins für Innere Medizin eine Röntgenaufnahme von Paul Spies, die mit der burgerschen Röntgenröhre aufgenommen wurde. Ab dem 20. Januar 1896 beschäftigte sich auch Paul Spies in der Berliner Urania damit, Vorträge zum Thema "Röntgenstrahlen" (siehe Berliner Tageblatt vom 21.01.1896) zu halten. Er benutze dazu ebenfalls Röntgenröhren der Firma "R. Burger & Co." (siehe Verhandlungen der Deutschen Röntgen-Gesellschaft Band IV; III. Teil-Röhren-Ausstellung vom 25. und 26. April 1908). Die von der Firma "R. Burger & Co." ausgestellten historischen Röntgenröhren gingen zum Abschluss der Tagung als Schenkung an die Röntgen-Gesellschaft.

R. Burger war Mitglied der Deutschen Röntgen-Gesellschaft (zusammen mit Conrad Röntgen) und u. a. Teilnehmer am Röntgen-Kongress in Berlin vom 25. und 26. April 1908.

Hier ein Textauszug aus der Seite174:

          zustellen.  Weiterer Text siehe Beschreibung zum Foto

Die Röhren werden wie folgt beschrieben:

"Die Röhre Typ 1 wurde auf den o.g. Urania-Vorträgen im Januar 1896 benutzt. Die Röhre bestand aus einer Glaskugel, einer planen Kathode und einer stutzenför- migen Anode. Verbessert wurde die Röhre mit dem Modell 2, fabriziert im Januar/ Februar 1896 dargestellt. Auch diese Art mußte besseren Konstruktionen weichen. Am 19. März 1896 wurde die erste Röntgenröhre mit Platinantikathode Modell 8 fabriziert, welche bahnbrechend für die fernere Röntgenröhrenpraxis voraufging. Dieselbe wurde von unserer Firma an einem Herrn Wood nach dem Physi- kalischen Institut der bisherigen Univer- sität geliefert und damit die besten Erfolge gezeitigt.....".

 

 

 

 

Bild- und Text-Auszug aus "Verhandlungen der Deutschen Röntgen-Gesellschaft" 1908, Seite 174 und 175"

Leider ist das Foto (aus Verhandlungen der Deutschen Röntgen-Gesellschaft Band IV; III. Teil-Röhren-Ausstellung vom 25. und 26. April 1908) seiner vorgestellten Röntgenröhren aus der o.g. Literatur nur mit geringer Auflösung dargestellt:

Die ausgestellten Röntgenröhren könnten noch im Röntgenmuseum in Lennep vorhanden sein.

 

Diese Webseite (z.Z. noch in Bearbeitung) beschreibt die oben dargestellten Röntgenröhren: 

www.tubecollection.de/ura/Burger-1908.htm

 

1901 ließ sich Reinhold Burger eine ganz spezielle Röntgenröhre patentieren. Sie zeichnete sich durch eine effiziente Kühlung aus. Damit wurde eine breite Anwendung in der Medizin erst möglich.

Die Experimente mit den Röntgenstrahlen, die Reinhold Burgern durchführte, blieben auch für ihn und viele Techniker und Wissenschaftler dieser Zeit nicht ohne gesundheitliche Folgen. Wie in der Familie berichtet wurde, sind ihm über einen gewissen Zeitraum sämtliche Haare ausgefallen.


Röntgen-Röhren Werbung Marke "Energie" der Firma R. Burger & Co.

Werbebroschüren der Fa. "R. Burger und Co." in verschiedenen Sprachen



"Einige Röntgenröhren aus der Fertigung der Fa. "R. Burger & Co." ausgestellt im Burger-Museum Glashütte/Baruth


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ventilröhre mit Osmose-Regenerator

Herstellungsdatum konnte bisher nicht ermittelt werden


Glasvitrine im Burger-Museum Glashütte (Ausschnitt)

Historische Röntgenröhren von Reinhold Burger
Bild: Museumsschrank mit historischen Röntgenröhren im Museumsdorf Glashütte "Burger-Museum"

Die Röntgenröhre in der Mitte des Bildes hat einen Durchmesser von ca. 350 mm und stellt eine Rarität dar.

Die Vitrine wurde auf der Internationalen Hygieneausstellung in Dresden 1911 mit der abgebildeten Bestückung ausgestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Röntgenröhre "Moment" Warenzeichenanmeldung
Moment Röhre

"Moment"-Röhre

Eingetragenes Warenzeichen vom 8. Mai 1908


Moment-Röhre

Die Momentröhre ist infolge ihrer stabilen Konstruktion besonders für den Betrieb mit Starkstrom-Apparaten geeignet. Der Kühler ist zu einem Rippenkörper ausgebildet, um die von der Antikathode übernommene Wärme schnell wieder abzusetzen. Es entfällt damit die unbequeme und lästige Wasserkühlung.


Zentral-Röntgenröhre

Röntgenröhre
Zentral-Röntgenröhre

mit gewölbter Antikathode und direkter Außenkühlung für Zeit-, Schnell- und Teleaufnahmen sowie längere Durchleuchtung (Magen, Herz). Mit dieser Röhre hat Burger erreicht, daß bei ganz harten Röhren die gasgebende Elektrode noch sicher ohne Durchschlagsgefahr für die Röhre arbeitet. Eine Röhre für stärkste Beanspruchung.


Energie-Röhre

Röntgenröhre
Energie-Röhre

mit Luftkühlung der Antikathode für schwere Aufnahmen und längere Durchleuchtungen. Die Antikathode besteht aus einer sehr schweren, gut leitenden Metallmasse, welche ebenfalls mit einem Glasmantel umgeben ist. Den Halter der Antikathode bildet ein nach außen offenes, im Inneren jedoch geschlossenes Glasrohr, das der erhitzen Luft Abzug gewährt.


Therapie-Zentralröhre

Röntgenröhre
Therapie-Zentralröhre

Röhre für Oberflächenbestrahlung, bestens geeignet für Dauerbestrahlung. Die intensive Wirkung dieser Röhre wird dadurch erzielt, dass man die Antikathode möglichst nahe an die Glaswand- der Austrittsstelle der Röntgenstrahlen-heranbrachte.


Wasserkühlröhre mit verstellbarer Wasserkugel

Rüntgenröhre
Wasserkühlröhre mit verstellbarer Wassserkugel

Geeignet für diagnostische Zwecke, im besonderen Durchleuchtungen. Durch diese neugeschaffene Anordnung ist es unnötig geworden, für die Untertisch-Durchleuchtung usw. besondere Röhren anzuschaffen und zu halten. Der Patient kann im Stehen oder in liegender Stellung mit der gleichen Röhre durchleuchtet werden.


Anlage zum Auspumpen der Luft aus 2 Röntgenröhren

Anlage zum Auspumpen der Luft aus Röntgenröhren der Fa. R. Burger & Co.
Evakuierungsanlage für Röntgenröhren

Glasbläserei

Fa. "R. Burger & Co." Berlin, Chausseestr. 8 e

 

 



Auswirkungen des 1. Weltkrieges auf die Röntgenröhren

Bild: Auswirkungen des 1. Weltkrieges auf die Röntgenröhren
Rohstoffmangel als Folge des 1. Weltkrieges

Eine der wohl größten Sammlungen von Röhren aller Art in der Welt (ca. 18.000 Exemplare)  befindet sich in Gütersloh - faszinierende Vielfalt und perfekt dargestellt. Auch die  Burger-Röhren sind ausgestellt und historisch eingeordnet.

www.tubecollection.de/

www.tubecollection.de/ura/burger-typen.htm


Das Berufsbild des Glasapparatebauers kann auf eine über hundertjährige Tradition zurückblicken

und war z.B. federführend im wissenschaftlichen - und medizinischen Apparatebau, bis hin zu den Änfängen des Fernsehens und der Leuchtreklame. Eine Gruppe von Handwerksmeistern hat eine Fachgruppe gegründet, die sich den Themen und der Entwicklung in ihrem Handwerk annimmt.

www.glas-appatebau.de/